Ein Vermächtnis für Leipzig: 200 Jahre Herrmann Julius Meyer

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Am 4. April 2026 jährt sich der Geburtstag des Leipziger Verlegers und Unternehmers Herrmann Julius Meyer zum 200. Mal. Sein Name ist bis heute eng mit einem besonderen Kapitel der Leipziger Stadtgeschichte verbunden: den Meyer’schen Häusern. Was im späten 19. Jahrhundert als soziale Initiative begann, prägt das Wohnen in Leipzig bis heute.

Als Leipzig gegen Ende des 19. Jahrhunderts rasant wuchs, verschärfte sich auch die Wohnungsnot. Herrmann Julius Meyer, der mit dem Bibliographischen Institut und dem „Meyers Konversationslexikon“ großen wirtschaftlichen Erfolg hatte, wollte dieser Entwicklung etwas entgegensetzen.

1888 gründete er den „Verein zur Erbauung billiger Wohnungen“, aus dem später die Stiftung Meyer’sche Häuser hervorging. Ziel war es, gesunden und bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen zu schaffen.
Unter der Planung des Architekten Max Pommer entstanden bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere Wohnanlagen in Leipzig – in Lindenau, Reudnitz, Eutritzsch und Kleinzschocher. Insgesamt wurden rund 2.700 Wohnungen errichtet.
Für damalige Verhältnisse boten die Anlagen einen außergewöhnlich hohen Wohnstandard mit hellen Wohnungen, großzügigen Innenhöfen und Grünflächen.

Die Stiftung überstand die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts – vom Kaiserreich über die Weltkriege bis zur DDR-Zeit. Nach der Wiedervereinigung konnte sie wieder eigenständig handeln und ihren ursprünglichen Stiftungszweck fortführen.
Heute hat sich die Stiftung Meyer’sche Häuser fest auf dem Leipziger Wohnungsmarkt etabliert. Sie steht wirtschaftlich solide da und bewirtschaftet ihren Bestand mit einem langfristigen Blick auf Qualität und Nachhaltigkeit. Einer Stiftung sind die Handlungsspielräume naturgemäß begrenzt – auch wenn Projekte dank verlässlicher Finanzierungspartner umgesetzt werden können, setzt die Stiftung Meyer´sche Häuser vor allem auf eine kontinuierliche und verantwortungsvolle Weiterentwicklung ihres historischen Bestandes.
Alle vier Wohnanlagen der Stiftung Meyer´sche Häuser stehen heute als Kulturdenkmale unter Schutz und besitzen für Leipzig eine unverzichtbare städtebauliche und historische Bedeutung. Sie prägen ganze Quartiere und gelten als frühe Beispiele für sozial orientierten Wohnungsbau.

Kontinuierliche Modernisierung des Bestandes

In den vergangenen 10 Jahren wurden zahlreiche Gebäude der historischen Anlagen denkmalgerecht modernisiert. Ziel ist es, die historische Bausubstanz dauerhaft zu sichern und zugleich zeitgemäßen Wohnkomfort zu ermöglichen.
Ein Beispiel dafür ist der kürzlich abgeschlossene Bauabschnitt Herrmann-Meyer-Straße 39–43a. Die historischen Häuser wurden umfassend erneuert und technisch auf einen modernen Stand gebracht. Fassaden, Dächer und Fenster wurden auch unter energetischen Gesichtspunkten wieder hergestellt. Die haustechnischen Anlagen wurden den heutigen Bedürfnissen angepasst. Auch die Wohnungen wurden modernisiert. Dabei blieb der charakteristische architektonische Ausdruck der Anlage vollständig erhalten.
Nach dem Abschluss dieser Arbeiten richtet sich der Blick bereits auf das nächste Projekt der Stiftung Meyer´sche Häuser. In der Ratzelstraße 75–89 haben die Bauarbeiten an weiteren historischen Gebäuden bereits begonnen. Im Zuge der Arbeiten entstehen hier über 40 Mietbereiche mit Zwei-, Drei- und Fünf-Raumwohnungen. Die Wohnungen werden modernisiert und auf einen zeitgemäßen Standard gebracht, während das historische Erscheinungsbild der Gebäude bewahrt bleibt.
Dies geschieht ganz im Sinne der Idee des Stifters und sichert den Fortbestand seiner Stiftung.

Eine Idee mit Zukunft

Mehr als 130 Jahre nach ihrer Gründung bleibt die Stiftung Meyer´sche Häuser ein wichtiger Bestandteil der Leipziger Stadtentwicklung. Die Meyer’schen Häuser stehen nicht nur für architektonische Geschichte, sondern auch für eine Idee, die heute aktueller denn je ist: gutes und bezahlbares Wohnen für breite Bevölkerungsschichten.
200 Jahre nach der Geburt ihres Gründers zeigt sich, wie nachhaltig Herrmann Julius Meyers Engagement wirkt – in den Häusern, den gewachsenen Nachbarschaften und im Alltag vieler Leipzigerinnen und Leipziger.

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Meyer’sche Häuser

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